
Anne Frank (1929–1945) war ein jüdisches Mädchen deutscher Herkunft, das durch die postume Veröffentlichung ihres Tagebuchs zu einem der weltweit bekanntesten Symbole für die Gräuel des Holocausts wurde. Ihr Werk gilt als eines der bewegendsten Dokumente der Verfolgung und des Überlebenswillens während der nationalsozialistischen Diktatur.
Geboren wurde Anneliese Marie Frank am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 emigrierte die Familie in die Niederlande, um der antisemitischen Verfolgung zu entgehen, und ließ sich in Amsterdam nieder. Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Mai 1940 geriet die Familie jedoch auch dort in akute Lebensgefahr.
Ab Juli 1942 tauchte die Familie Frank gemeinsam mit vier weiteren jüdischen Mitstreitern in einem versteckten Hinterhaus an der Prinsengracht 263 unter. Über 25 Monate hinweg lebten sie auf engstem Raum, isoliert von der Außenwelt und in ständiger Angst vor der Entdeckung. Am 4. August 1944 wurde das Versteck nach einem Verrat von der Gestapo gestürmt. Anne Frank wurde deportiert und starb im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von nur 15 Jahren an Fleckfieber. Ihr Vater, Otto Frank, überlebte als einziges Familienmitglied den Holocaust.
Zu ihrem 13. Geburtstag erhielt Anne ein rot-weiß kariertes Notizbuch, das sie während der Zeit im Versteck als Tagebuch nutzte. In ihren Aufzeichnungen, die sie in Form von Briefen an eine imaginäre Freundin namens „Kitty“ verfasste, hielt sie nicht nur die alltäglichen Spannungen und die Angst im Hinterhaus fest, sondern reflektierte auch tiefgründig über das Menschsein, die Natur des Krieges und ihre eigene Identität.
Nach dem Krieg rettete Miep Gies, eine der treuen Helferinnen der Untergetauchten, die Manuskripte. Otto Frank veröffentlichte das Tagebuch im Jahr 1947 unter dem Titel „Het Achterhuis“ (Das Hinterhaus). Heute ist das „Tagebuch der Anne Frank“ in über 70 Sprachen übersetzt, gehört zum Weltdokumentenerbe der UNESCO und gilt als zeitloses Mahnmal für Toleranz, Humanität und Menschenrechte.